Es gab einen Satz beim Abendessen, der alles ins Rollen brachte.
Es gab einen Satz beim Abendessen, der alles ins Rollen brachte. Catherine sah mich an und fragte: „Warum machst Du das eigentlich nicht?“
Ich habe eine Nacht darüber geschlafen. Am nächsten Morgen wusste ich: Sie hat recht.
Aber der Reihe nach.
Ich habe diesen Druck nicht von außen kennengelernt. Ich habe ihn selbst getragen. Ich habe mich hochgearbeitet, war im Vorstandsstab, in der Geschäftsführung – an verschiedenen Stellen, über Jahre. Ich weiß, wie es sich anfühlt, Entscheidungen zu verantworten, von denen viele Menschen abhängen, und nach außen souverän zu bleiben, während innen noch vieles offen ist.
Geprägt hat mich das schon lange davor. Im Leistungssport, beim Schwimmen, wo immer die Frage war, wie man standhält. Bei der Bundeswehr, in den Krisenreaktionskräften, wo man lernt, in besonders herausfordernden Lagen handlungsfähig zu bleiben. Dieser Umgang mit Druck wurde eine Art DNA, die ich durch meinen ganzen Weg weitergetragen habe.
Als ich später als Executive Interim Manager in eine Vielzahl von Projekten kam und mit vielen Top-Managern zusammenarbeitete, habe ich bei anderen wiedergesehen, was ich selbst kannte. Menschen in Verantwortung, die mit niemandem wirklich offen sprechen konnten. Nicht mit dem Chef, nicht mit dem Kollegen im Board, oft nicht einmal zu Hause. Sie waren von Menschen umgeben – und mit den wichtigsten Fragen trotzdem allein.
In diesen Projekten war ich der, der neutral sein wollte. Aber seien wir ehrlich: Ein Projekt hat einen Plan, Termine, Prämissen. Man ist Teil des Systems. Echte Neutralität geht so gar nicht. Also habe ich oft gesagt: Rufen Sie jemanden aus Ihrem Netzwerk an. Jemanden auf Augenhöhe, gleiche Verantwortung, der nichts von Ihnen will. Ich hatte fast immer jemanden, den ich empfehlen konnte.
Irgendwann wurde mir klar: Genau diesen Menschen gibt es für die meisten nicht. Keinen festen, neutralen Ansprechpartner, der das Geschäft kennt, auf demselben Level war – und kein Eigeninteresse hat.
Dazu kam etwas Zweites. Ich habe in den letzten Jahren gespürt, wie sehr man sich heute ständig neu erfinden muss. Krisen, Kriege, technologische Umbrüche, ein Markt, der sich schneller dreht als je zuvor. Als Selbständiger ist man mit vielem davon allein. Mit Kollegen habe ich deshalb eine Community für Executive Interim Manager gegründet – einen Ort zum Austauschen, Fragen stellen, Mitdenken. Je länger ich das beobachtete, desto deutlicher wurde: Da fehlt etwas. Kein Coaching, keine Beratung, kein Seminar. Etwas davor.
WARUM DIE NEUTRALITÄT SO ERNST GEMEINT IST.
Das Wichtigste an dem, was wir tun, ist die Neutralität – und ich meine sie ernster, als es klingt.
Viele Menschen in Verantwortung können sich im eigenen Unternehmen gar nicht öffnen. Nicht vor dem Chef, nicht vor den Shareholdern, nicht vor den Kollegen im Board, nicht vor den Mitarbeitern. Manche fürchten, Schwäche zu zeigen. Manche fragen sich, was die anderen dann von ihnen denken. Und manche merken, dass sie sich, kaum öffnen sie sich jemandem im System, schon dessen Meinung anpassen – statt erst herauszufinden, was sie selbst eigentlich denken.
Deshalb arbeiten wir bewusst außerhalb des Unternehmens. An einem geschützten Ort, frei von Erwartungen, Rollen und Folgen. Ein Raum, in dem man offen sein darf, weil nichts davon zurück ins System dringt.
Und dann ist da der zweite Punkt, den ich aus unzähligen Pitches kenne. Wenn ein Berater zuhört, steht fast immer ein Elefant im Raum: Sagt er mir das gerade, weil es stimmt – oder weil er danach das Sechs-Monats-Mandat will? Ich habe oft genug erlebt, wie aus einem freundlichen „Vorprojekt“ in Wahrheit ein Türöffner wurde. In dem Moment ist die Neutralität dahin.
Genau das schließen wir aus. Vertraglich, per AGB. Wer mit uns arbeitet, weiß: Wir kommen danach nicht als Berater oder Interim-Manager ins Unternehmen. Wiederkommen zu BEI MIR. kann man jederzeit – aber ein Anschlussmandat gibt es nicht. Nur so ist die Neutralität hundertprozentig und nicht bloß behauptet.
Das verändert alles. Der Klient weiß von der ersten Minute an: Hier will niemand etwas von mir. Es geht nur um eine Frage – wie wirst Du klarer, wie wirst Du stärker? Denn wir sind überzeugt: Wenn der Mensch klarer wird, macht er auch die Menschen um sich herum besser. Und das Unternehmen. Aber wir verdienen nichts an diesem Unternehmen. Wir kümmern uns um den Menschen. Das ist alles. Und genau das ist der Unterschied.
WARUM CATHERINE UND ICH DAS GEMEINSAM MACHEN.
Und dann kam ihre Frage beim Abendessen. Catherine bringt aus über 25 Jahren als Unternehmerin und Designerin genau die Perspektive mit, die mir fehlt: den Menschen, die Wahrnehmung, das Gespür für das, was unter der Oberfläche liegt. Ich kenne den Druck von innen, sie sieht den Menschen darin. Diese Kombination ist der Kern von dem, was wir tun.
Deshalb gibt es BEI MIR. – Die Stille Stärke. Ein vertraulicher Reflexions- und Orientierungsraum für Geschäftsführer, Unternehmer und Executives. Kein klassisches Coaching, keine klassische Beratung, kein klassisches Sparring und kein gewöhnliches Retreat – von allem etwas, und doch eine eigene Kategorie. Für persönliche, unternehmerische und strategische Fragen, die sonst keinen Ort haben.
Wir kommen aus dem Siebengebirge bei Bad Honnef, arbeiten im Raum Köln, Bonn, Düsseldorf und ganz NRW – und gehen überall dorthin, wo unsere Klienten es möchten: deutschlandweit, in Österreich, der Schweiz, an ruhige Orte und Boutique-Hotels in ganz Europa. Denn es geht nie um den Ort. Es geht um den Menschen.
Was mich gerade am meisten freut, ist das Feedback. Dass so viele sofort verstehen, worum es geht, und sagen, dass genau das gefehlt hat. Catherine und ich sind dankbar für diesen Start – und ziemlich glücklich, dass aus einer Frage beim Abendessen das geworden ist, was es heute ist.
Aufgeben ist keine Option. Wieder klarer werden schon. BEI MIR. — Die Stille Stärke. Gegründet von Peter Kuhle und Catherine Eschweiler.